Statistik und Rassismus: Das Dilemma der Erfassung von Ethnizität (Campus Forschung)

Das Dilemma der Erfassung von Ethnizität
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ISBN-13:
9783593501970
Einband:
Broschiert
Seiten:
411
Autor:
Linda Supik
Gewicht:
510 g
SKU:
INF1100187269
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Linda Supik ist Research Fellow im Forschungsschwerpunkt Interkultur am Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) Essen.
Seit 2000 gilt in der Europäischen Union das Antidiskriminierungsgesetz. Der Bedarf, Daten über die Ethnizität von Menschen zu erheben, ist seither deutlich gewachsen. Am Beispiel des britischen Zensus zeigt Linda Supik, dass die statistische Erfassung von Ethnizität zwar unvermeidlich rassifizierende Effekte hervorbringt. Sie macht Rassismus aber auch als strukturelles Problem europäischer Gesellschaften thematisierbar, sichtbar und gezielt bekämpfbar.
Inhalt

Dank 9

1Einleitung11

1.1Ethnizitätsdaten oder Migrationsdaten?18

1.2Theoretische Perspektive: Gouvernementalität und kritisches Weißsein21

1.3Gegenstandsbestimmung: Statistik, amtliche Statistik und der Zensus26

1.4Gegenstandsbestimmung: Rassismus, Rasse /Ethnizität und rassifizierte Subjektpositionen30

1.5Aufbau der Studie35

1.6Zur Übersetzung von Namen und Zensuslabels40

Erster Teil: Statistik und Rassismus

2Erfassen - Statistik als biopolitische Erfassungstechnologie der Bevölkerung45

2.1Anfänge im achtzehnten Jahrhundert: Ein neues "Wissen des Staates über den Staat"47

2.2"Statistischer Enthusiasmus", Rassismus, National- und Kolonialstaaten im neunzehnten Jahrhundert55

2.2.1Statistik meets Eugenik und Rasseforschung57

2.2.2Einschub: Biologische Rasseforschung gestern und heute60

2.3Aufhebung des Statistikgeheimnisses und Einführung der Melderegister im Nationalsozialismus64

2.4Volkszählungsboykott in Westdeutschland in den 1980ern68

2.5Amtliche Statistik in der Gegenwart70

3Zählen und Ordnen75

3.1Zählen - Die Macht des Zahlenwissens75

3.2Ordnen - Taxonomie als Wissens- und Regierungstechnik81

3.2.1Ordnungen des Wissens, Ordnungen des Regierens82

3.2.2Die ordnende Erfassung der Bevölkerung - Ordentlich erfasste Subjekte90

3.2.3Making Up People - Leute sortieren93

3.2.4Die Erfassung von Rasse /Ethnizität - Statistische Praxen verschiedener Staaten99

3.2.5Making Up Ethnicities in der amtlichen Statistik111

3.3Erfasste und Gewusste: Das Subjekt in der Statistik114

4Messen - Ethnizitätsdaten erheben?

Mittelbare und institutionelle Diskriminierung messen117

4.1Wofür messen? Diskriminierende Zwecke der Erhebung von Ethnizitätsdaten118

4.1.1Migration überwachen121

4.1.2Rasterfahndung und Generalverdacht: Ethnisches Profiling122

4.1.3Integrationsleistungen von Migrant_innen und soziale Kohäsion überwachen124

4.1.4Diversität und den Schutz kultureller Räume fördern126

4.2Antidiskriminierung in der EU: Ein politisches Programm im Entstehen128

4.2.1Entwicklungen auf EU-Ebene128

4.2.2Britanniens Race Relations-Gesetzgebung als Vorbild für die EU-Nichtdiskriminierungsrichtlinien137

4.2.3Antidiskriminierung in Deutschland140

4.2.4Unmittelbare und mittelbare, strukturelle und institutionelle Diskriminierung146

4.3Mit Statistik gegen rassistische Diskriminierung?151

4.3.1Wie genau Diskriminierung messen?151

4.3.2Datenschutz158

4.3.3Zentrale Dilemmata160

4.3.4Der Wille zum Nichtwissen? Vorsichtige Thematisierung von Ethnizitätsdaten in Deutschland167

Resümierendes zum ersten Teil: Statistik und Rassismus174

Zweiter Teil: Die Ordnung von Rasse /Ethnizität im Zensus von England und Wales

5Entstehung und Wandel der Ordnung von Rasse /Ethnizität im Zensus von England und Wales179

5.1Die Vorgeschichte der Ethnizitätsfrage: "Es ist prinzipiell falsch, solche Daten zu erheben"182

5.2Zensus 1981: Scheitern beim ersten Anlauf186

5.3Zensus 1991: Gewöhnung der Bevölkerung durch lokale Monitoringpraxen198

5.4Zensus 2001: Ethnische Ordnung 2.0 und die Kategorie "Mixed"210

5.4.1Die "Mixed"-Kategorien219

5.4.2Die Frage nach Religion228

5.5 Zensus 2011: Das Wuchern des Wissens über Ethnizität230

5.5.1Konkrete Vorbereitungen für 2011230

5.5.2Änderungen in der Taxonomie239

5.5.3Sozialwissenschaftliche Kommentierungen243

5.5.4Die Frage nach nationaler Identität251

5.5.5Die Frage nach Sprache(n)255

5.6 Zwischenresümee256

6Zur Vorgehensweise bei der Sekundäranalyse der ONS-Nutzer_innenbefragung265

6.1Methodologie266

6.2Datenkorpus268

6.3Materialreduktion, Methodik und Leitfragen272

7Tickbox Politics - Ergebnisse der Sekundäranalyse281

7.1Wer spricht hier? Gewusste und Wissbegierige281

7.1.1Portrait 1: African Women's Group Aberdeen282

7.1.2Portrait 2: Federation of Irish Societies290

7.1.3Portrait 3: NHS Sickle Cel
Seit 2000 gilt in der Europäischen Union das Antidiskriminierungsgesetz. Der Bedarf, Daten über die Ethnizität von Menschen zu erheben, ist seither deutlich gewachsen. Am Beispiel des britischen Zensus zeigt Linda Supik, dass die statistische Erfassung von Ethnizität zwar unvermeidlich rassifizierende Effekte hervorbringt. Sie macht Rassismus aber auch als strukturelles Problem europäischer Gesellschaften thematisierbar, sichtbar und gezielt bekämpfbar.

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