Albert Camus - Journalist in der Résistance Bd. II

Leitartikel und Artikel in der Untergrund- und Tageszeitung Combat von 1944 bis1947
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ISBN-13:
9783944233253
Einband:
Broschiert
Seiten:
264
Gewicht:
380 g
SKU:
INF1100203516
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Am 7. November 1913 wurde Albert Camus in Mondovi/Algerien als Sohn eines elsässischen Landarbeiters und einer Spanierin geboren. 1932 begann er in Algier Philosophie zu studieren. Er erlitt wiederholt Tuberkuloseanfälle. Nach Theatertourneen mit der Truppe von Radio-Alger und dem Ausschluss vom Staatsexamen - aus gesundheitlichen Gründen - gründete er 1937 das "Théâtre de l'Equipe". Als Jornalist prangerte er die kolonialen Ungerechtigkeiten in Algerien an. 1939 meldete er sich als Freiwilliger für den Kriegsdienst, wurde aber aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt. 1940 wurde er aus Algerien ausgewiesen und ging als Reporter der Zeitung "Paris-Soir" nach Paris. Noch im gleichen Jahr kehrte er nach Algerien zurück, zog aber 1942 wieder nach Frankreich, wo er der Widerstandsgruppe "Combat" beitrat. 1943 wurde er von "Combat" nach Paris geschickt, wo er als Lektor beim Verlag Gallimard arbeitete. Hier wurde er Mitbegründer der illegalen Zeitung "Combat". 1947 verließ er die inzwischen legale Zeitung, da das Blatt den Besitzer und die politische Linie wechselte. 1957 wurde er Direktor im Pariser Verlag Gallimard und erhielt den Nobelpreis für Literatur für seine "bedeutende literarische Schöpfung, die mit klarsichtigem Ernst die Probleme des menschlichen Gewissens in unserer Zeit beleuchtet". Der Schriftsteller, Dramatiker und Journalist starb am 4. Januar 1960 bei einem Autounfall in der Nähe von La Chapelle Champigny in Frankreich.
Jacqueline Lévy-Valensis (1932 - 2004) Jugend wurde durch die Shoa geprägt. Ihre Eltern und ihr Bruder wurden von den Nazis in Auschwitz-Birkenau ermordet. Ihr gelang die Flucht. Sie studierte klassische Literatur an der Sorbonne in Paris und war Dozentin in Laon, ab 1959 in Algier. 1965 Rückkehr nach Frankreich. 1981 Dissertation zur Genese des Werks von Albert Camus.
1982 gründete sie zusammen mit Raymond Gay-Crosier die Pariser Albert-Camus-Gesellschaft und war Herausgeberin und Koautorin zahlreicher Werke über Camus. 1998 wurde sie Vize-Präsidentin der regionalen jüdischen Gemeinde an der Somme. Sie war Mitglied bei Serge Klarsfelds "Vereinigung der Söhne und Töchter deportierter Juden Frankreichs" und war in ihren letzten Jahren unablässig als Zeitzeugin in Schulen präsent.
Zwischen März 1944 und Juni 1947 war Albert Camus zunächst Untergrundautor, dann Chefredakteur und Leitartikler bei der Zeitung Combat. Seine Texte sind einerseits an die historischen Ereignisse ihrer bewegten Entstehungszeit mit ihren Hoffnungen und Enttäuschungen geknüpft und spiegeln diese mit einer beeindruckenden Unmittelbarkeit wider. Gleichwohl aber haben sie viel von ihrer Aussagekraft und Aktualität bewahrt. Sie sind so klarsichtige wie leidenschaftliche Zeugnisse eines Journalisten, der sich der Verantwortung für seine Epoche bewusst war, in der es zum Ende der Résistance darum ging, das Alltagsleben neu zu organisieren und die Zukunft Frankreichs und Europas zu skizzieren.

Camus sprach zahlreiche Themen an, etwa die Innenpolitik mit ihrer schwierigen Ingangsetzung der Demokratie. Aber auch die Außenpolitik, der Traum vom Aufbau internationaler Institutionen zur Sicherung des Weltfriedens spielten eine große Rolle. Er verhandelte viele weitere Fragen, u.a. die Rolle der aus der Résistance entstandenen Presse, Spanien, die Kolonialpolitik, dabei vor allem die Algerien-Frage. Wie eine theoretische Quintessenz dieser Zeit wirkt die Artikelserie "Weder Opfer noch Henker" aus dem Jahr 1946.

Camus Gedanken, seine Wachsamkeit und die Weigerung, komplexe Probleme mit einfachen Antworten zu befrieden, können auch unser heutiges Nachdenken über politische Konflikte und verantwortungsvolles Handeln erhellen.

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