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Autor: Anne Seeck
ISBN-13: 9783897715301
Einband: Taschenbuch
Seiten: 304
Gewicht: 334 g
Sprache: Deutsch

Das Begehren, anders zu sein: Politische und kulturelle Dissidenz von 68 bis zum Scheitern der DDR

Politische und kulturelle Dissidenz von 68 bis zum Scheitern der DDR
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Anne Seeck, Migrantin aus der Ostsubkultur in die Westlinke, Pädagogin und politische Bildnerin, Aktivistin der Erwerbslosen- und anderer sozialer Bewegungen, setzt sich publizistisch immer wieder auch mit der DDR auseinander.
99
I. Einführung
Ohne Angst verschieden sein (Anne Seeck)
Alltag und Repression in der DDR (Anne Seeck)

II. Politische Dissidenz

Proteste der DDR-Bevölkerung im Jahre 1968 (Bernd Gehrke)

Die Opposition in der DDR während der 80er Jahre (Thomas Klein)

Geschichte und Vielfalt der Ausreisebewegung (Bernd Eisenfeld)

Motive für eine Antragstellungauf Ausreise in den Westen (Renate Hürtgen)

Zerstörte Biografie. Die Zersetzung politischer Gegner in der DDR (Sandra Pingel-Schliemann)

Eine politische Biographie in Ost und West (Interview mit Reinhard Schult)

III. Kulturelle Dissidenz

Subkultur und Jugendopposition in der DDR (Anne Seeck)

Zur politischen Transformation jugendkultureller Stile in der DDR (Michael Rauhut)

Die Bluesmessen von 1979-86 (Dirk Moldt)

Tanz den Kommunismus. Modesubkultur in Ostberlin (Henryk Gericke)

Punks in der DDR (Interview mit Henryk Gericke)

Die Prenzlauer Berg Connection: Die machen alle weiter (Interview mit Bert Papenfuß)

Eine zerbrochene Biografie (Interview mit Peter)

IV. Eigensinn in der Arbeitswelt

"Asoziale" und das Ende der DDR (Sven Korzilius)

Selbstbestimmte Erwerbsbiographien in der DDR (Dirk Moldt)

Die demokratische vRevolution in der DDR und die Rolle der Betriebsbelegschaften(Renate Hürtgen/ Bernd Gehrke)

V. Migrationserfahrungenund Erinnerungen

Vo Leben und Arbeit der vietnamesischen VertragsarbeiterInnen (Uta Beth)
Vor und nach dem Mauerfall: Mosambikanische Vertragsarbeiter erzählen

Über die Entstehung des Jugend[widerstands]museums Galiläakirche (Dirk Moldt)

Abkürzungen und Glossar
Biografien der Autor_innen und Interviewpartner
Der Band analysiert Dissidenz in der DDR, beginnend mit den Protesten gegen den Einmarsch in Prag 1968, über die Punkbewegung in den 1980er Jahren bis hin zu rebellischen Aktivitäten von Betriebsbelegschaften im Herbst 1989. Der Band entwirft einen Spannungsbogen der DDR-Realität, der der heutigen Linken weitgehend unbekannt ist. Dieser reicht vom DDR-Punk als 'großartigem Experimentierfeld' bis zur Biografien zerstörenden Stasi-Methode der Zersetzung, vom "anders sein" als Abwehr DDR-spezifischen Stumpfsinns industriegesellschaftlicher Arbeit bis zu kaum bekannten Migrationserfahrungen.
Editiert von: Anne Seeck
Anne Seeck, Migrantin aus der Ostsubkultur in die Westlinke, Pädagogin und politische Bildnerin, Aktivistin der Erwerbslosen- und anderer sozialer Bewegungen, setzt sich publizistisch immer wieder auch mit der DDR auseinander.
Punks in der DDR

Ein Interview mit Henryk Gericke (Autor des Filmes "too much future")

Wann begann es mit der Punkbewegung in der DDR?

Na ja, schlecht zu sagen, wann es konkret begann. "Bewegung" ist schwer zu sagen. Es waren nur ganz wenige. Die Legende besagt, dass die ersten Punks in Ostberlin so 79 gesichtet wurden. Es war klar, dass es zeitversetzt zum Westen lief. Punks gesehen auf der Straße hat man so 1980.

Wogegen lehnten sich die Punks auf?

Ich will gar nicht sagen, dass man sich aufgelehnt hat. Man hat sich neu erfinden wollen. Es war Lust darauf, sich selbst von der Leine zu lassen, aus den ganzen DDR-Schemata auszubrechen. Aber das war am Anfang gar nicht mit einem konkreten politischen Inhalt gepaart. Wir waren 14, 15 Jahre, da denkt man noch nicht wirklich politisch. Da interessiert man sich für Popmusik, Rock, alles was die Alten nicht machen. Politisiert wurden wir dadurch, dass wir kriminalisiert wurden. Zum Anfang dachten die, wir wären aus dem Westen, weil die das aus Ostberlin gar nicht kannten.

Aber gegen irgendwas aufgelehnt habt ihr euch doch auch!

Gegen die Totalität des Staates, in dem wir leben mussten. Deshalb auch der Titel "Too much Future". Nicht wie im Westen mit zuwenig Zukunft konfrontiert zu sein. Mit 14 war klar, wie das Leben aussehen wird. Eigentlich schon von der Geburt an. Spätestens als man sich zur Lehre bewerben musste war klar, dass man 30, 40 Jahre an derselben Werkbank oder im selben Büro verbringt. Vorher zur NVA geht. Dass man in der FDJ ist, vorher die Pionierlaufbahn durchmacht. Und mit 65 wahrscheinlich zum ersten Mal zum Beispiel nach Irland fahren kann, wenn man sich für so`n Land interessiert. Da entsteht eine Riesenangst, gerade bei diesen vielen gerühmten sozialen Errungenschaften. Die haben die meiste Angst bereitet, die waren ein Totschlagargument.

Was war die DDR-Spezifik des Ostpunks?

Am Anfang ist es gelaufen wie im Westen. Da ging es darum, sich zu inszenieren, als andere Jugendliche. Man wollte in der DDR flüchtig sein, man wollte nicht mehr zu diesem peinlichen System zählen. Dafür hat man äußeren Ausdruck gesucht, Punk war da natürlich das Gebot der Stunde. Sich abzusetzen von dieser beschissenen Jugendmode, diesem traurigen DDR-Style. Spezifisch war, dass man ausscheren wollte aus einem vorgeschriebenen Lebensweg, der Etappen vorgesehen hat. Wo dir alte Männer und wahrscheinlich alte Frauen vorschreiben, wie du dein Leben zu leben hast. Das war eine erhebliche Einschränkung. Wir hätten zum Beispiel gern Georg Orwell in der Buchhandlung gekauft, wir wären gern auf die Kings Road nach London gefahren oder ins Clash-Konzert in Westberlin. Wir wären gern in die USA gereist. Wir hätten auch gern Punk-Platten, die wir bei John Peel gehört haben, gekauft. Das sind die Dinger, die junge Menschen interessiert. Das war ein Verbotsstaat. Wer hat als junger Mensch schon Bock auf Verbote. Man hat Bock, Verbote zu übertreten.

Wie wurden die Punks von der Staatsmacht behandelt? Wie waren die Repressionsmethoden?

Die erste Punkbewegung war noch keine Bewegung. Zur Bewegung wurde es erst 84. Die ersten Punks in Ostberlin waren knapp 50 Leute, da kann man nicht von Bewegung reden. Bevor man zur Repression kommt, muss man erst mal sagen. Es war ein unglaublicher Befreiungsschlag, der einen geprägt hat. Was ich bis heute als großes Glück empfinde, mit aller Bitternis, dass man vom Staat verfolgt wurde, aber auch, dass die Szene selbst sehr gewalttätig war. Man ist nicht unbedingt auf Gleichgesinnte getroffen, man musste sich in dieser Szene behaupten. Es war mit der Zeit auch eine sehr hierarchische Angelegenheit.
Ab 1981/82 begriff die Staatssicherheit, dass wir nicht aus dem Westen kamen und ging dann massiv dagegen vor. Zuerst hatte man mit den ganz normalen Bullen zu tun, Abschnittsbevollmächtigten, dann erst trat die Staatssicherheit in Erscheinung. Die Polizei sind durch die Straßen patrouilliert und haben die Ausw

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Autor: Anne Seeck
ISBN-13 :: 9783897715301
ISBN: 3897715309
Erscheinungsjahr: 01.10.2012
Verlag: Unrast
Gewicht: 334g
Seiten: 304
Sprache: Deutsch
Auflage 1
Sonstiges: Sonstiges